Geschichte

Aus Überlieferungen geht hervor, dass in Calden bereits in den zwanziger Jahren Fußball gespielt wurde. Leider sind darüber keine näheren Aufzeichnungen vorhanden. So beginnt unsere Fußball-Chronik im Jahr 1948.

Zunächst waren es ganze zwölf Personen, die sich mit dem abwegigen Gedanken befassten: wir wollen in Calden Fußball spielen. Turnen und Handball waren bis dahin die Sportarten, die in unserem Ort von der Jugend ausgeübt wurden.

Groß waren die Schwierigkeiten, die unsere Gründer überwinden mussten. Dabei scheuten sie weder Arbeit noch finanzielle Opfer. Wir danken diesen tatkräftigen Sportlern, die den Weg unserer Fußballsparte entscheidend ebneten.

In den uns vorliegenden Annalen werden nachstehend aufgeführte Herren als Gründer des Fußballsports in Calden genannt:

Bernhard Becker, Wilhelm Becker, Willi Croll, Helmut Freier, Lothar Görner, Walter Görner, Willi Harbusch, Caspar Heim, Jeronimus Lengyel, Paul Ludwig, Heinrich Strube und Josef Szeczeny.

Als Vereinslokal wurde die Gaststätte Jakob (heute "Zur Wilhelmshöhe") erkoren. In der ersten Versammlung wurde Heinrich Strube als Spartenleiter gewählt, da er als ehemaliger Leiter der Fußballabteilung in Obervellmar einen großen Erfahrungsschatz mitbrachte.

Die Eingangs erwähnten Schwierigkeiten - kurz nach der Währungsreform - bestanden hauptsächlich im finanziellen Bereich. Es fehlten Spielerkleidung, Fußballschuhe und das Wichtigste: der Fußball. Alle diese Utensilien wurden durch Spenden der Mitglieder beschafft. Dazu kamen noch die Kosten für den Schiedsrichter, die von den Spielern selbst getragen wurden. Für Auswärtsspiele hatte Heinrich Strube einen alten Büssing-LKW bereitgestellt, auf dessen Pritsche die Spieler bei Regen und Kälte saßen.

Da in unserer Gemeinde zu der Zeit fast ausschließlich Handball gespielt wurde, zog dies automatisch einen Spielermangel nach sich. Es war schwierig, eine komplette Fußballmannschaft zu bilden. So fanden Spieler von auswärts den Weg nach Calden und ergänzten die heimische Crew.

In den Nachkriegsjahren fanden viele Flüchtlinge in Calden ihre neue Heimat. Überwiegend kamen die Neubürger aus Ungarn (siehe Paprikasiedlung). Diese Menschen waren trotz ihrer Not für unsere Gemeinde ein großer Gewinn. Sie waren die treibenden Kräfte, die den Fußballsport stabilisierten und die Geselligkeit in unserem Ort aktivierten. Stellvertretend möchten wir hier die Familie Pflum nennen. Musik und Fußball waren hier zu Hause.

Nach anfänglichen Freundschaftsspielen wurde die damalige 1. Mannschaft in die C-Klasse eingereiht. Zweistellige Niederlagen waren keine Seltenheit. Doch dies wirkte sich nicht negativ aus. Denn bereits in der Spielserie 1949/1950 wurde der Aufstieg in die B-Klasse geschafft. Nach guten Plätzen in den Tabellen der Folge­jahre konnte die Mannschaft schon im Spieljahr 1955/1956 die Kreismeisterschaft erringen. Der Aufstieg in die A-Klasse wurde nur knapp verfehlt.

Im Spieljahr 1958/1959 aber war es soweit. Ungeschlagen, mit nur einem Verlustpunkt, waren die Kreismeisterschaft und der Kreis­pokalsieg geschafft. Gleichzeitig jubelte Calden über den Aufstieg in die A-Klasse, der in überzeugender Manier erreicht wurde. Nach zweijähriger Zugehörigkeit zur A-Klasse musste die Mannschaft wieder in der B-Klasse spielen.

Nach nur einem Spieljahr in der B-Klasse wurde der Aufstieg in die A-Klasse wiederum erspielt und gleichzeitig zum dritten Mal die Kreismeisterschaft errungen. Jetzt konnte die Zugehörigkeit zur A-Klasse dreizehn Jahre gehalten werden. Danach kam erneut ein Rückschlag.

Nach dem Spieljahr 1973/1974 spielte die Mannschaft wieder in der B-Klasse. Es dauerte drei Jahre bis zum Wiederaufstieg in die A-Klasse.

Und bereits 1975 war Calden Meister der A-Klasse. Auch die nächsten Jahre waren erfolgreich.

Im Spieljahr 1978/1979 mit der Zugehörigkeit zur Bezirksliga setzte die Mannschaft zum Höhenflug an.

Nach Erringung der Meisterschaft in  der Bezirksliga-Saison 1985/1986 stieg man in die zweithöchste Amateurliga, also Landesliga, auf. Welch ein Erfolg! In dieser Spielklasse zu bleiben, war leider nicht möglich. Es trat der Fahrstuhleffekt von Liga zu Liga ein.

Im Jahre 1987 gab es die Auflage des ersten Kaiserplatz-Kuriers - heute unentbehrlich für die Finanzierung der Fußballsparte. Otto Kirchner und Reinhard Koch koordinierten hier seit der ersten Stunde. Wilfried Eckardt übernahm den Trainerposten.

In der Saison 1987/1988 spielte der TSV Jahn Calden wieder in der Bezirksklasse. Man brachte das Kunststück fertig - so kann man sagen - mit Bravour, erneut den Aufstieg in die Landesliga zu schaffen. Nach Abschluss des Spieljahres wurde der 13. Platz erreicht - bei Beteiligung von 18 Mannschaften.

Im Jahre 1987 bilden Calden und Fürstenwald eine Spielergemeinschaft. Beide Vereine trennen sich mit dem Spieljahr 1989/1990.

Trainer Wilfried Eckardt verließ den TSV Jahn Calden. Seinen Platz übernahm Kurt Weida.

Das anschließende Spieljahr 1989/1990 gestaltete sich sehr positiv. Die Mannschaft erreichte laut Abschlusstabelle den dritten Platz. Aber andere Sorgen kamen auf. Der heimische Sportplatz musste vollständig saniert, eine andere geeignete Sportstätte gefunden werden. In der unmittelbaren Nachbarschaft - beim VfL Obermeiser - fanden unsere Fußballer Aufnahme. An dieser Steile möchten wir den Sportfreunden in Obermeiser nochmals unseren bleibenden Dank für die Gastfreundschaft und sportliche Einstellung aussprechen.

Die Saison 1990/1991 wurde mit guten sportlichen Erfolgen in Obermeiser abgewickelt. Der Landesliga-Klassenerhalt wurde mit dem 13. Tabellenplatz bestätigt. Nach Beendigung der Spielserie verließ Trainer Kurt Weida den TSV Jahn Calden.

1991 wurde das erweiterte Klubhaus eingeweiht. Nach zweijähriger Renovierung spielten wir wieder zu Hause auf dem Kaiserplatz.

Trainer für 1991/1992 war Knut Schröder - während der Serie übernahm Norbert Büscher das Traineramt, konnte aber das Landesliganiveau nicht halten. Die Folge: Abstieg in die Bezirksoberliga.

1992 gab einen Wechsel in der Spartenleitung. Nach fast sechzehn Jahren als Spartenleiter der Fußballabteilung tätig, stellte Manfred Dürrbaum sein Amt zu Verfügung. Seine neuen beruflichen Aufgaben hatten ihn zu dieser Entscheidung gezwungen. Seine Leistungen für den TSV Jahn Calden verdienen unser aller Anerkennung und Dank – nochmals: fast sechzehn Jahre!

An die Stelle des Spartenleiters wurde Günter Skolimowski gewählt, der schon länger als zweiter Spartenleiter fungierte.

1993 kam mit dem Trainer Uwe Plettenberg kam der Erfolg zurück: Meister der Bezirksoberliga. Nach zweijähriger Abstinenz spielte die Mannschaft wieder in der Landesliga.

Nach nur zwei Jahren als Spartenleiter musste Günter Skolimowski sein Amt aus gesund-
heitlichen Gründen in andere Hände geben. Hartmut Fiedler übernahm die Spartenleitung.

Uwe Plettenberg verließ 1995 den Verein. Für ihn half Trainer Werner Bliska für ein halbes Jahr aus. Danach übernahm Uwe Mackewitz als Spielertrainer das Kommando.

Hartmut Fiedler ließ 1996 sein Amt ruhen und erklärte kurze Zeit später seinen Rücktritt. Für ihn übernahm Harald Hartmann die Leitung der Fußballabteilung. Die Bezirksoberliga hat uns wieder.

Das Traineramt für die Serie 1996/1997 übernahmen Wolfgang Berndt und Wolfgang Lindemann. Beide sollten die Stammelf neu formieren, da bisherige Leistungsträger den Verein verlassen hatten. Der Abstieg in die Bezirksliga war wohl unvermeidlich.

1997 kandidierte Harald Hartmann als einziger für die Position Spartenleitung. Er wurde einstimmig für dieses Amt gewählt.

Ein Jahr später übernahm der langjährige Kassierer Otto Kirchner in einer Doppelfunktion auch den Vorsitz der Sparte.

In der Saison 1998/1999 spielte die Mannschaft wieder in der Bezirksoberliga. Wolfgang Berndt und Wolfgang Lindemann blieben 7 erfolgreiche Jahre Trainer. Besonders denkwürdig ist die Saison 1999/2000: Lange wurde die Tabelle angeführt, doch am Ende blieb nur der zweite, der Relegationsplatz. Denkwürdig auch das letzte Spiel der Relegation in Fulda, dass in der 96.(!) Minute zu unseren Ungunsten entschieden wurde.

Im Jahr 2000 trat Otto Kirchner nicht zur Wiederwahl an. Neuer Spartenleiter wurde sein bisheriger Stellvertreter Dieter Paterek.

Im Jahre 2001 wurde eine Spielgemeinschaft mit dem TuS Meimbressen eingegangen. Drei Mannschaften spielten fortan um Punkte.

Am der Saison 2003/2004 übernahm Werner Frohnapfel das Traineramt.
In den folgenden 3 Jahren spielte die Mannschaft eine solide Rolle in der BOL. Am Aufstieg in die Landesliga konnte nicht mehr gekratzt werden. Aber dafür wurde eine Verjüngung des Kaders in Angriff genommen und konsequent durchgeführt.

2006 wurde Peter Dietrich neuer Trainer. Der Verjüngungsprozess wurde fortgesetzt. Das Durchschnittsalter des Kaders beträgt zu Saisonbeginn 23,5 Jahre.
Im Januar 2007 kam es zur Trennung von Trainer Dietrich, da dieser urplötzlich finanzielle Forderungen an den Vorstand stellte. Uwe Mackewitz übernahm das Kommando und führt die Senioren weiter.
Im Sommer 2007 kehrte Wolfgang Berndt nach 4-jähriger Pause zur SG Calden/Meimbressen zurück und übernahm wieder die sportlichen Geschicke der Herrenmannschaften.

Im März 2008 endete nach achtjähriger Amtszeit die Ära Dieter Paterek, der sein Amt als Spartenleiter an seinen Stellvertreter Udo Lehmann übergab.

Unsere 2. Senioren-Fußballmannschaft soll in der Würdigung ihrer Leistungen nicht zurückstehen.

In früheren Jahren gab es für die Reservemannschaften keine Ligaeinteilung. Gespielt wurde zwar auch nach Punkten, aber Auf- und Abstieg gab es nicht. Gegner war immer die Reservemannschaft des Vereins, der gegen unsere 1. Mannschaft antreten musste. Die Reserve absolvierte ihr Spiel immer vor dem der 1. Senioren.

Nachdem die Spielgemeinschaft Calden/Fürstenwald 1989 aufgelöst wurde, musste diese Mannschaft den Spielbetrieb in der C-Klasse Hofgeismar aufnehmen. Es war äußerst schwer, in dieser Zeit eine homogene, eingespielte Mannschaft zu bilden. Immer wieder mussten Spieler abgegeben werden, die dann unsere 1. Seniorenmannschaft ergänzten. Für die betroffenen Spieler war es meist ein Erfolg, konnten sie doch ihre Fähigkeit beweisen, höheren Ansprüchen zu genügen.

Im Jahr 1990 wurden die Ligen neu geordnet. Calden 2 spielte ab diesem Zeitpunkt in der B-Klasse. Mit unterschiedlichen Ergebnissen in den Folgejahren war die Mannschaft stets bemüht, das Ziel A-Klasse zu erreichen. Nach fünf Jahren wurden alle Anstrengungen belohnt. Trainer Dietmar Römer führte die Mannschaft zur Meisterschaft.

Meister im Spieljahr 1994/1995.

Ab 1995 spielte die 2. Senioren-Elf  in der A-Klasse, für den TSV Jahn Calden ein großartiger Erfolg.

Die Serie 1995/1996 war wieder erfolgreich, denn die Mannschaft spielte in der neuen Klasse zunächst eine führende Rolle. Am Ende der Saison war es ein guter Mittelplatz in der Abschlusstabelle.

Die Euphorie war ein wenig verflogen. Die A-Klasse sollte aber für die Mannschaft erhalten bleiben.

Doch es ging wieder aufwärts. In der Saison 2000/2001 spielte mit unserer Zweiten erstmalig ein Team aus dem Sportkreis Hofgeismar in der Bezirksliga. Leider war die Klasse eine Nummer zu groß und es ging wieder abwärts. Durch eine große Spielerfluktuation konnte auch die Kreisliga A nicht gehalten werden und seither spielt die Mannschaft in der Kreisliga B vorn um den Aufstieg mit.

Durch die Neuordnung der Fußballkreise im Jahr 2004 – Zusammenschluss von Hofgeismar und Wolfhagen – spielt die SG Calden/Meimbressen 2 überwiegend gegen Mannschaft aus dem Bereich Wolfhagen. Seit der Saison 2003/2004 nahm die Mannschaft dreimal an der Relegation zur Kreisliga A teil - und scheiterte jedes Mal nur knapp.

Die 3. Mannschaft schlägt sich jedes Jahr wacker in der Kreisliga C. Dieses Team setzt sich aus jungen Nachwuchsspielern und Altherrenspielern zusammen.

Unser Dank gilt den bisherigen Spartenleitern in der fast 60-jährigen Fußballgeschichte des »TSV Jahn Calden«:

1948-1961  Heinrich Strube (verstorben)
1961-1964  Helmut Utsch (verstorben)
1964-1973  Karl Nemeth (verstorben) 
1973-1975  Felix Pallinger
1975-1977  Aladar Kirchner
1977-1992  Manfred Dürrbaum
1992-1994  Günter Skolimowski (verstorben)
1994-1997  Hartmut Fiedler
1997-1998  Harald Hartmann
1998-2000  Otto Kirchner
2000-2008  Dieter Paterek
2008-heute Udo Lehmann